Gemeinsam mit Verarbeitung und Handel sowie den Konsument:innen geht Bio Suisse den Weg in Richtung klimafreundliche Lebensmittelproduktion. Um den menschengemachten Klimawandel einzudämmen, braucht es das gesamte Ernährungssystem, vom Feld bis auf den Teller: Klimaschonende Produktion und angepasstes Konsumverhalten. Der Biolandbau ist dabei ein Teil der Lösung für eine nachhaltige Lebensmittelproduktion, auch für die kommenden Generationen. Bio-Landwirt:innen schützen den Boden, erhöhen durch die Pflege der Bodenfruchtbarkeit den Humusgehalt und speichern dadurch mehr klimarelevantes CO₂ im Boden. Das ganze System ist ressourcen- und energiesparend, indem zum Beispiel keine synthetischen Düngemittel verwendet werden.
Bio ist Teil der Lösung – zusammen mit nachhaltigem Konsum.
Unser Ziel: Bioproduktion in Richtung Netto Null bis 2040
Bio Suisse bietet durch eine standortgerechte und ressourcenschonende Anbauweise eine gute Lösung für den Klimaschutz. Mit Blick auf die bestehende Klimakrise ist aber auch der Biolandbau gefordert und möchte noch mehr Massnahmen für Klimaschutz und -resilienz ergreifen als bisher.
Bio Suisse hat deshalb Anfang 2022 ein Klimaziel in den Richtlinien verankert und strebt bis 2040 Netto Null an für die Produktion von Biolebensmitteln, was die ganze Wertschöpfungskette umfasst. Treibhausgasemissionen sollen so weit wie möglich reduziert werden. So viel Kohlenstoff wie möglich soll in Boden und Pflanzen gespeichert und die restliche Menge auf dem Hof über die Produktion von erneuerbarer Energie kompensiert werden. Darüber hinaus unterstützt Bio Suisse die Knospe-Landwirt:innen bei der Anpassung an die bereits heute spürbaren Auswirkungen des Klimawandels. Etwa über resiliente Anbausysteme, Wasserspeicherung und Züchtung.
Das macht Bio Suisse bereits heute fürs Klima
Ein gesunder Boden steht seit jeher im Zentrum des Biolandbaus und ist einer der grössten Hebel der Landwirtschaft für Klimaschutz und -resilienz. Denn unsere Böden speichern Kohlenstoff und entziehen somit langfristig CO₂ aus der Atmosphäre.
Dass Kunstdünger im Biolandbau verboten ist, schützt unser Klima zusätzlich. Denn künstlicher Stickstoff wird mit Hilfe von fossilen Brennstoffen hergestellt und benötigt sehr viel Energie. Deshalb ist auch das Heizen von Gewächshäusern im Winter stark eingeschränkt. Bis 2030 müssen die Heizungen zu 80 Prozent, bis 2040 ganz auf erneuerbare Energien umgestellt sein. Und Futtermittel stammen grundsätzlich aus Bio-Anbau. Für Wiederkäuer sind nur 5 Prozent Kraftfutter zugelassen und sämtliches Futter stammt aus der Schweiz.
Weitere Informationen finden sie in unserem Merkblatt Klimaschutz und Biolandbau.
Auch international wirksam
Wenn immer möglich werden Produkte aus der Region bevorzugt. Frischprodukte aus Übersee dürfen nur in Ausnahmefällen importiert werden, wenn das Produkt nicht in Europa wächst. Für Produkte aus den Tropen gilt: Kein Anbau auf gerodeten Urwaldflächen. Für die Bio Suisse Produktion dürfen keine Wälder und andere schützenswerte Lebensräume zerstört werden. Und Bio Suisse Produkte dürfen grundsätzlich nicht per Flugzeug transportiert werden.
Am gleichen Strang ziehen
Gemäss einer Studie des FiBL1 ist Netto-Null im Schweizer Biolandbau möglich, bedarf aber grosser Anstrengungen aller Akteure vom Feld bis zum Teller. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen Landwirtschaftsbetriebe, Verarbeitung, Handel und Konsument:innen eng zusammenarbeiten und unser Ernährungssystem massgeblich anpassen. Dies beinhaltet nebst einer optimierten Produktion unserer Lebensmittel insbesondere auch eine Reduktion der Lebensmittelabfälle und des Konsums tierischer Produkte.
Biobetriebe leisten bereits viel für das Klima. Um diese Leistungen zu messen, sichtbar zu machen und zu fördern, setzen wir an mehreren Orten an:
- Gemeinsam mit der Wissenschaft möchten wir das komplexe Thema Klima und Landwirtschaft zugänglicher machen. Das mit dem FiBL erarbeitete Faktenblatt «Kuh und Klima» zeigt verständlich und faktenbasiert auf, weshalb die auf Grasland ernährte Kuh einen festen Platz in einer standortangepassten und nachhaltigen Schweizer Landwirtschaft hat.
- In Zusammenarbeit mit Agroscope wurde 2025 der Klima-Check entwickelt. Die Betriebe können im Online-Check ihre umgesetzten Klimaschutzmassnahmen einfach und zeitsparend erfassen und ihren Beitrag an die Emissionsreduktionen des Biolandbaus einsehen.
- Im Klimabündnis Lebensmittel setzen wir uns für eine angemessene Vergütung von Klimaschutzleistungen in der Schweizer Landwirtschaft sowie eine transparente und faire Erhebung und Weitergabe von Daten zu Treibhausgasemissionen an die Wertschöpfungskette ein.
ProBio:
Das Beratungsangebot ProBio fördert den Wissensaufbau und -austausch unter Bäuerinnen und Bauern in Arbeitskreisen und an Fachanlässen. 2023 fanden unter dem Fokusthema Klimaschutz und -resilienz mehrere Fachanlässe zu Themen wie Energiesparen, Hofdüngeraufbereitung, Permakultur und Agroforstsystemen statt.
Seit 2024 vertiefen sich Knospe-Landwirt:innen in drei Klima-Arbeitskreisen in Klimaschutzmassnahmen auf ihren Betrieben und sammeln so wichtige Erfahrungen für den gesamten Verband. Das Projekt wird im Rahmen von ProBio weitergeführt.
Projekte von Mitgliedorganisationen der Bio Suisse:
- Bio Aargau: «Mit Bioböden Klima schützen»
- Bio Grischun Projektpartner «Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden»
Das können Konsument:innen und Gastronom:innen tun
Klimaschutz geht nur gemeinsam. Um die menschengemachte Klimaerwärmung einzudämmen, leisten alle vom Feld bis zum Teller ihren Beitrag. Sie als Konsument:in oder als Küchenchef:in haben es in der Hand, bis zu 50 Prozent klimafreundlicher einzukaufen und zu essen. Den grössten Beitrag hat dabei der Anteil der tierischen Produkte. Geniessen Sie weniger, dafür gutes Fleisch sowie Eier, Milch und Käse aus regionaler Knospe-Produktion.
Als Gastronom:in können Sie Ihren Betrieb mit dem Label Bio Cuisine von Bio Suisse zertifizieren lassen, auf eine gesamtheitlich nachhaltige Küche setzen und sichtbar machen. Konsument:innen können zukünftig auf ein wachsendes Angebot an Restaurants mit Bio-Cuisine-Label zurückgreifen.
Weitere wirksame Punkte sind die Vermeidung von Lebensmittelabfällen und die Verwendung von saisonalen und regionalen Produkten. Wenn Sie zu Knospe-Produkten greifen, haben Sie dabei bereits die Gewissheit, dass diese klimaschonend, ohne Flugtransport und mit weniger Energieaufwand, zum Beispiel bei Gewächshäusern, erzeugt wurden.